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Rundgang
Kinderfreundliches Museum Das Museum Hofmühle bietet sich aufgrund seiner anschaulichen Themenvielfalt und der regelmäßig stattfindenden Sonderausstellungen besonders für einen Besuch mit Schulklassen aller Jahrgangsstufen an. So können in der neuen Abteilung "Immenstadt im Industriezeitalter" Kinder und junggebliebene Erwachsene auf Knopfdruck eine Leuchtwand mit Hanfprodukten abrufen, einen Arbeitsroboter in Bewegung setzen oder tiefe Einblicke in eine Müllkippe mit unverrottbaren Plastikflaschen nehmen.
"Ritterburgen" In Immenstadt befinden sich noch mehrere spätmittelalterliche Burgruinen, die an die einstigen Herren der Stadt, die Grafen von Montfort-Rothenfels, erinnern. Im Jahr 1360 erhoben sie "Immendorf" zur Stadt. Das stattliche Schlossgebäude am Marienplatz war später ihr Amtssitz. Erst 1805 fiel Immenstadt an Bayern.
Wasser Immenstadt liegt an drei bedeutenden Wasserläufen: der Iller, der Aach und dem Steigbach. In der Hofmühle erfahren die Besucher nicht nur, wie die Immenstädter Wasser in früherer Zeit nutzten, sondern auch, dass es Menschen Freude und Leid bereiten kann.
Handelsort Immenstadt Ein inszenierter Markt aus der Zeit um 1800 erinnert im Museum an Immenstadts günstige Lage als Warenumschlagplatz. Der Salz- und Leinwandhandel bescherte seinen Bürgern und Bürgerinnen ein gutes Auskommen. Als die Eisenbahn im Jahr 1853 die Stadt erreichte, endete diese Epoche.
Mechanische Bindfadenfabrik Immenstadt Hanf hatte einst großen Anteil am industriellen Aufschwung Immenstadts. Im Jahr 1855 gründeten hier risikofreudige Unternehmer die "Mechanische Bindfadenfabrik". Die Firma verarbeitete Hanf zu Garnen und Seilen und exportierte diese Produkte mehr als einhundert Jahre lang in die ganze Welt. In der Hofmühle erhalten die Besucher umfassende Informationen über die Fabrik, die Beschäftigten und die Produkte. Betriebsfähige Textilmaschinen, von ehemaligen Firmenmitarbeitern vorgeführt, runden das Bild ab.
"Totaler Krieg" Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Immenstadt zwei Bombenangriffe. Der originalgetreue und begehbare Nachbau eines Luftschutzbunkers soll an den "totalen Krieg" erinnern, den der nationalsozialistische Terror heraufbeschworen hatte.
Die "Imme" - eine Motorradlegende Nach der Währungsreform im Jahr 1948 wünschten sich viele Menschen uneingeschränkte Mobilität und kauften sich ein Motorrad. Nicht wenige erwarben eine "Imme" aus den in Immenstadt ansässigen Riedel-Werken. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Rahmenkonstruktion mit einseitiger Radaufhängung und Zentralfederung hat die nur einige Jahre gebaute "Imme" bei Motorradsammlern mittlerweile Kultstatus erlangt.
Kaiserliche Damenstrümpfe 1946 ließ sich die Firma Kunert in Immenstadt nieder. Vor dem Krieg war der Betrieb größter Hersteller von Damenfeinstrümpfen in Europa. An diesen Erfolg knüpfte Julius Kunert in den 50er Jahren wieder an. Die persische Kaiserin Soraya, zu ihrer Zeit so populär wie gegenwärtig die tragisch verunglückte Lady Di, gestattete ihm, mit ihrem Namen zu werben. Der Feinstrumpf "Soraja" war in den Wirtschaftswunderjahren ein Verkaufsschlager. Ein im Stil dieser Zeit dekoriertes Schaufenster und ein funktionstüchtiger Strumpfautomat erinnern in der Hofmühle daran.
Die Berge rufen ! Wer diesem Ruf folgt, kann zum Abschluss des Museumsbesuches noch einiges über die "Eroberung" der heimischen Bergwelt erfahren. Eine Winterszenerie erinnert an Zeiten, als Immenstadt noch ein bedeutender Wintersportort war. 1913 fanden hier sogar die Deutschen Ski-Meisterschaften statt. In sommerliche Ferienstimmung fühlt man sich dagegen beim Anblick der Souvenirbude versetzt, die mit museumswürdigen Reiseandenken des Alpin-Folklorismus aufwartet. |